Dienstag, 03.10.2006
Borussia Fulda - TSG Wörsdorf 0- 1
Skandalspiel in der Johannisau. Zwei rote Karten gegen Borussia und eine unterirdische
Leistung des Schiedsrichters, der sich selbst eindeutig zu wichtig nahm. Zudem
noch eine grottenschlechte Leistung der Mannschaft gegen ein unsympathisches
Team aus Wörsdorf.
Es fing schon alles
konfus an. Man hatte sich darauf geeinigt, sich bei dem schlechten Wetter und
dem zu erwartenden überschaubaren Andrang Tribünenkarten zu gönnen.
Wer nun das Glück hatte, das Stadion durch den Eingang am Pröbel zu
betreten, zahlte nur 6 EUR, dasselbe wie für einen Stehplatz, „weil
das Wetter heute so schlecht ist“ verkündete der freundliche Verkäufer
hinter der Scheibe. Richtig nett von Borussia, dachte man.
Wer nun aber das Pech hatte, den Haupteingang zu nutzen, dem blieb diese Geste
verwehrt, denn dort wurde für die Tribüne der reguläre Preis
von 8 EUR erhoben.
Professionell ist was anderes. Es kann doch nicht sein, dass an verschiedenen
Kassen verschiedene Preise erhoben werden. Wer weiß was beim Eingang in
der Fankurve abgerechnet wurde.
Kaum hatte man Platz genommen auf der erschreckend leeren Tribüne, kam
auch schon ein Wichtigtuer dieser sowieso überflüssigen privaten Security-Unternehmen
und forderte die Fans auf, „sich an die Seite zu setzen“. Da hatte
er sich aber getäuscht, denn auch wenn mal einen Schal und eine Fahne trägt,
besitzt man dieselben Rechte wie jeder andere Stadionbesucher, der 6 oder gar
8 EUR Eintritt bezahlt hat: die freie Platzwahl! So blieb jeder auf dem Platz
sitzen, den er sich ausgesucht hat.
Das Spiel begann
also. Schon von Anfang an fiel der Schiri auf, durch übertrieben lange
Pfiffe, und schon war klar, dass dieser Mensch sich sehr wichtig nahm. Wie sehr
er noch in den Mittelpunkt des Geschehens rücken sollte, konnte ja aber
keiner ahnen.
Borussia spielte schlecht, daran ist nichts zu rütteln. Keine Ideen, kein
ordentlicher Spielzug gelingt, viele Ballverluste prägen das Geschehen
auf dem Platz. Und zudem immer wieder die kleinlichen und langen Pfiffe des
Schiedsrichters.
Einem solchen Pfiff folgt die Führung der Gäste, ein direkt verwandelter
Freistoß. Ein sehenswerter Treffer, muss man neidlos anerkennen.
Das bleibt aber auch das einzig Bewundernswerte am Gast, denn ansonsten fallen
die Spieler nur durch hämisches Klatschen und Lachen auf, wenn ihnen eine
Entscheidung nicht in den Kram passt. Unsportlichkeiten, die nichts auf dem
Platz zu suchen haben, zumindest nicht in dieser Menge und von der 1. bis zur
88. Minute (in der der Schiri abpfiff).
In Normalform präsentiert sich kaum ein Spieler, so wird Grbavac bereits
nach einer guten halben Stunde völlig zu Recht ausgewechselt. Einzig Tommy
Röher wirkt wie stets hochmotiviert und Kai Möller lieferte eine kämpferisch
gute Leistung ab und musste auch sehr viel einstecken.
Auch in Halbzeit Zwei keine große Veränderung der Gegebenheiten, zwar wirken die Borussen ein wenig motivierter, aber etwas Zwingendes springt dabei nicht heraus. Wie bereits im letzten Spiel zeigt sich, dass wir ein eklatantes Problem im Sturm haben! Grbavac ist ein Totalausfall, El Haj Ali ist allem Anschein nach noch nicht wirklich in Fulda angekommen und Eric Franc bringt zwar nach jeder Einwechslung Schwung, vermag aber die Chancenauswertung nicht in den Griff zu bekommen.
Dann kommt die
Zeit des Schiedsrichters. Sebastian Kress foult einen Gegenspieler und fliegt
dafür mit Rot vom Platz, eine vollkommen überzogene Entscheidung,
eine Verwarnung hätte allemal gereicht. Kaum drei Minuten später will
er anscheinend sein Gewissen beruhigen und schickt auch einen Wörsdorfer
in die Kabine.
Den Mut, den er bei Kress hatte, hat ihn dann verlassen, denn als Kai Möller
in vergleichbarer Weise von den Beinen geholt wird, zeigt er nur Gelb. Die unvermeidlichen
„Schieber“-Rufe folgen bei Fuß, denn der Schiri ist mit der
Partie völlig überfordert.
Borussia versucht im weiteren Spielverlauf, den Ausgleich noch zu erzielen,
aber man hat nicht das Gefühl, dass noch was geht. Die Spieler haben nicht
den Mut einfach aufs Tor zu halten und vertändeln noch im 16-Meter-Raum
die Bälle, als sie den Abschluss längst gesucht haben müssten.
Zwei Minuten vor Ende der regulären Spielzeit folgt dann der negative Höhepunkt.
Olivier Djappa fliegt mit roter Karte vom Platz. Warum er sie gesehen hat, bleibt
unverständlich, denn ein Foul war nicht zu erkennen. Als er sich weigert,
vom Platz zu gehen und mit dem Schiedsrichter diskutiert, bricht dieser das
Spiel in der etwa 88. Minute ab.
Unter Buh-Rufen macht sich der Schiri auf den Weg in die Kabine, Gegenstände fliegen keine, die aufgestellten Sonnenschirme sind also diesmal nicht notwendig. Aber seinen Unmut zu äußern, ist sicherlich erlaubt, auch wenn einige wichtige Menschen das nicht gerne sehen.
Weil die Gemüter
noch erhitzt sind, kann man nicht nach Hause gehen, und so steht man hinter
der Tribüne noch da und wartet, irgendwie auf eine Erklärung. Henry
Lesser erläutert dann, das Djappa nachgetreten habe.
Und Tommy Röher versucht die Situation zu beruhigen, die die Polizisten
als nicht schwierig einzustufen scheinen, denn sie fahren winkend davon.
Die Security und weitere wichtige Menschen tragen sicher nicht zur Deeskalation
bei, wenn sie provozieren, ebenso wenig wie die zurückgekommenen (wer hat
die wohl gerufen?) Polizisten mit ihrem aggressiven Auftreten.
Als Fazit bleibt
nur zu sagen, dass wir wieder zwei fragwürdige Platzverweise kassiert haben,
die uns für die weiteren Spiele dramatisch schwächen werden. Denn
egal wie schwerwiegend oder auch nicht das Vergehen war, werden die beiden sicher
eine längere Zeit gesperrt werden, das ist schließlich immer so bei
uns.
Das Spiel haben wir zu Recht verloren, mit oder ohne Schiri hat uns einfach
der letzte Wille gefehlt und die Leistung war im Gegensatz zu bereits gezeigten
leider erschreckend schwach.