Freitag, 28.10.2006

Borussia Fulda - FV Bad Vilbel 3 - 1


Endlich wieder ein Sieg für unseren SCB, eine gute zweite Halbzeit reicht um Bad Vilbel zu schlagen. Hoffentlich lösen diese drei Punkte die Verkrampfung der letzten Wochen.

Los geht es allerdings ähnlich schlecht wie man zuvor in Flieden aufgehört hat. Nichts läuft zunächst wirklich zusammen, der Sturm ist quasi nicht existent und auch die Abwehr zeigt wieder Unsicherheiten. Zwingende Torchancen sucht man in der ersten Hälfte im Prinzip auf beiden Seiten vergebens, trotzdem gelingt es den Gästen in Führung zu gehen. Man befürchtet schon das Schlimmste und ohne Verbesserung geht es weiter bis zur Pause.

Nach dem Seitenwechsel erscheint die Borussia motivierter, kämpferischer und schließlich auch mit Torchancen. Als man schon fast davon ausgeht, dass uns das Sturmproblem auch heute die Punkte kosten wird, trifft der bis dato unauffällige El Haj Ali zum Ausgleich nach einer guten Stunde. Ist es Zufall, dass der Umschwung zeitlich zusammenfällt mit dem Erscheinen des letztwöchigen Geburtstagskindes?!?
Ganze zwei Minuten soll es danach noch dauern, bis das Spiel komplett gedreht ist. Idrissi wird im Strafraum der Vilbeler gefoult und trifft selbst per Elfmeter zur Führung.
Richtig interessant ist es nun in der Johannisau, denn die Gäste haben nicht aufgesteckt und mehr als einmal kommt der Ball bedenklich nahe an die Linie des Borussentors.
Aber auch die Fuldaer haben Chancen, aber es dauert unendlich lange bis zu Entscheidung in der 90. Minute. Doch mit dem 3 – 1 ist nun klar, wer hier als Sieger vom Platz geht.

Erleichtert feiern Fans und Mannschaft und fast will man schon gehen, als es zum eigentlichen Aufreger des Abends kommt.
Schon häufiger wurde an dieser Stelle das zumindest unsensible Vorgehen des privaten Sicherheitsdienstes im Stadion angedeutet. Was sich heute nach dem Spiel abgespielt hat, war aber der Gipfel der Frechheiten.

Lange nach dem Abpfiff, nur einige wenige Spieler liefen sich noch aus, wurden mehrere bengalische Feuer gezündet. Da das Stadion fast leer war (wie auch schon während des Spiels) hat das sicherlich keinen gefährdet. Dennoch ist es natürlich verboten und daher legitim, wenn sich die Polizei, die übrigens auch im Stadion vertreten war, sich genötigt sehen sollte, den „Täter“ zu identifizieren, Personalien aufzunehmen oder was immer sie auch sonst tun müssen in einer solchen Situation.
Die Umstände gestalteten sich aber so, dass weder Polizei noch Security zum Zeitpunkt der Zündung in der Nähe waren.

Viel später, als die Feuer fast schon abgebrannt waren, kamen sie also, die Sicherheitsleute, mit ihren wichtigen Jacken und Funkgeräten, um den Übeltäter dingfest zu machen. Weil sie zum Zeitpunkt des Geschehens aber wer weiß wo waren, wussten sie natürlich nicht, wessen Werk wir betrachteten. So sprachen sie also den Nächstbesten, der an ihnen vorbei lief mit folgenden Worten an: „Du bleibst mal hier“

1. Es zeugt von mangelndem Respekt, einfach zahlende Zuschauer mit „Du“ anzusprechen.
2. Es zeugt von mangelnder Kompetenz, einfach Zuschauer zu beschuldigen, weil man seinen Job nicht ordentlich macht. Und dann noch zu sagen: „Wer wars denn dann?“ unterstützt diese These.
3. Es zeugt von Rassismus, Menschen Straftaten zu beschuldigen nur aufgrund ihrer Art sich zu kleiden oder der Frisur oder der Tatsache, dass sie eine Tasche mit Fahnen tragen. Angesichts der aktuellen Rassismus-in-Stadien-Debatte zeigt dieser Vorfall einen bisher wenig beachteten Auswuchs von Vorurteilen.
4. Es zeugt von Naivität zu glauben im 21. Jahrhundert ziehe die Masche des Hauptmanns von Köpenick noch. Eine Uniform macht heute keine Respektperson mehr aus. Insbesondere wenn wie in diesem Fall respektlose, inkompetente, rassistische und naive Personen diese tragen, die vermutlich unter fehlendem Selbstbewusstsein leiden.


Der Fußball und der toll erkämpfte Sieg der Mannschaft ist völlig in den Hintergrund geraten und das tut mir leid für das Team, aber solange der Verein in dieser Weise gegen die letzten Zuschauer vorgeht und diese aus dem Stadion treibt, wird das in Fulda wohl immer so bleiben.