Samstag, 11.11.2006

SV Bernbach - Borussia Fulda 1 - 2

So oft war man mit Borussia schon in Bernbach, dass es als bewährte Tradition erscheint, irgendeine Ausfahrt an der A66 zu nehmen und am alten Sportplatz, auf dem sich seit 1995 scheinbar nichts verändert hat, ein spannendes und immer knappes Spiel anzuschauen.
Der „Hasen-Kicker“, von dem man schon so viele Ausgaben zu Hause hat, erscheint auch noch regelmäßig. Und einige ehemalige Borussenspieler trifft man auch noch.

Idylle pur also hätte man erwarten können, jedoch kommt alles ein wenig anders.

Zunächst kommt die Borussia gar nicht ins Spiel um am zugigen Sportplatz müssen getrübte Fanaugen zusehen, wie eben ein ehemaliger Borusse nach einer knappen Viertelstunde die hochverdiente Führung erzielte. Neben der nicht überzeugenden Spielweise des Teams ärgert man sich zudem über ein seltsames Schiedsrichtergespann, bei dem der Schiri den Linienrichter ignoriert und aus sicherer Entfernung Fehlentscheidungen trifft, die der Mann an der Linie anders angezeigt hatte. Missverständnisse gibt es auch, als der Schiri nicht mitbekommt dass der Assistent schon eine Auswechslung vorbereitet und den Ball zum Spiel freigibt. Der Linienrichter, stets auf Ballhöhe, hoch motiviert und so unglaublich schnell im Antritt, dass man eine Verpflichtung als Stürmer durchaus erwägen könnte, ist wie die Fans bisweilen fassungslos über die Überstimmungen, die er von seinem Vorgesetzten hinnehmen muss. Dass Fans und Schiri-Assistenten sich solidarisieren, sieht man nun auch nicht alle Tage!
Aber auch das Bernbacher Team ist einem schon mal sympathischer erschienen. Die Dramatik beim Sturz und die Lautstärke der sogenannten Schmerzensschreie sind theatertauglich. Über solche Dinge könnte sich der HFV auch mal Gedanken machen. Ebenso darüber, dass unser Auswechselspieler Bälle aus dem Vorrat Borussias holen muss, weil es stets endlose Minuten dauert, bis der einzige Bernbacher Spielball wieder auf dem Platz ist.

Eine mehr oder weniger umstrittene Szene führte zum Elfmeter gegen Borussia und zum Glück findet Roland Borrmann rechtzeitig zu seiner souveränen Form zurück und kann das 2 – 0 verhindern, das Borussia wahrscheinlich das Rückgrat gebrochen hätte. So geht man aber mit einem positiven Erlebnis in die Pause und kann mit einer Leistungssteigerung noch einiges erreichen.
Besser ist es dann auch, was das Team zeigt, so dass er Ausgleich mehr und mehr in der Luft liegt. Die Stürmer bekommen ihr Abschlussproblem wieder einmal nicht in den Griff und es dauert fast eine Stunde, bis Tobi Lamp endlich das Tor für Borussia erzielen kann.
Bernbach bricht nun ein und es liegt nur an den Borussen, das Siegtor zu erzielen, das nun echt verdient wäre. Aber die Abschlussschwäche und auch –so wurde aus Spielerkreisen berichtet- der unebene Platz sorgen dafür, dass wieder erst Tobi Lamp kommen muss, um die drei Punkte perfekt zu machen. Bernbach wacht in den letzten Minuten zwar noch mal auf, aber mit Glück und Können retten sich die Fuldaer ans rettende Ufer.

Henry Lessers Vorgabe „6 Punkte aus 5 Spielen“ ist nun schon zu Hälfte erfüllt.