Samstag, 16.09.2006

FC Bayern Alzenau - Borussia Fulda 0- 1

 

„Wir haben auch schon verdienter gewonnen“ Dieses Zitat ist die Untertreibung der Saison. Der Fußball-Gott war der Borussia wohl gesonnen, anders ist es nicht zu erklären, dass drei Punkte aus Bayern mitgenommen wurden.

Ein Katzensprung war es, nur 90 km und man ist in Bayern, beim FC Bayern gar, das gleiche Logo wie das dieses Münchner Club ziert die Alzenauer. Man wird aber sogleich belehrt, dass „die das geklaut haben (also die Münchner) und wir das zuerst hatten (die Alzenauer)“. Aha, man lernt ja nie aus.

Zum Spiel möchte ich eigentlich gar nichts schreiben, außer vielleicht zur 87. Minute. Aber muss sein.

Man konnte kaum glauben, dass man Borussia Fulda spielen sah, die in dieser Saison schon so begeisternde Spiele abgeliefert haben, denn man ging zunächst sang- und klanglos unter. Unsicherheiten in der –zugegeben umgestellten- Abwehr, kein funktionierender Spielaufbau und vor allem –und das betrübt- die fehlende Einstellung. Man hatte nie das Gefühl, dass der Sieg hier mit allen Mitteln erkämpft werden soll. Zumindest das sollte auch bei einer umgestellten Mannschaft zu sehen sein. Frust hingegen war auf dem Platz allgegenwärtig sichtbar, so kam es auch zu Auseinandersetzungen zwischen einem Spieler und gegnerischen Fans nach einem vermeintlichen Foulspiel des Fuldaers.

Mit viel viel Glück rettete man sich mit dem torlosen Remis in die Kabine.

Wer aber dachte, die Spieler kommen verwandelt und hochmotiviert aus derselbigen, wurde wieder enttäuscht. Das Spiel ging weiterhin völlig an den Borussen vorbei, die ihre liebe Not hatten, kein Gegentor zu kassieren. Hätten wir 0 – 3 hinten gelegen, hätte sich keiner beschweren können.
Zum Glück konnten die Alzenauer mit ihren Chancen nichts anfangen und schossen fröhlich am Tor vorbei oder scheiterten an Roland Borrmann, der im Laufe des Spiels –wieder zum Glück- immer mehr an Sicherheit gewann.
Auch ein Platzverweis nach einem dummen Foul sieht der bereits verwarnte Grbavac völlig zu Recht Gelb-Rot.
Erstaunlicherweise schien das die Fuldaer ein wenig wachzurütteln und man war in der Schlussphase nicht mehr vollkommen unterlegen.
Ein genialer Moment von Olivier Djappa sicherte den Gästen zudem den Sieg und brach den Gastgebern quasi völlig das Genick. Fußball kann grausam sein, denn was am Ende zählt ist Djappas Tor und nicht 90 Minuten Alzenauer Überlegenheit.
Der Schuss ins Herz der Bayern war ein absolutes Traumtor, ein knallharter und eiskalter Abschluss nach einem Sprint über das halbe Spielfeld. Der Torwart reagierte überhaupt nicht und bleibt unbeweglich und ungläubig auf der Linie stehen. Djappa macht wieder einmal den Unterschied und so können die Angereisten trotz enttäuschenden Spiels feiern.

Insgesamt eine erschreckend schwache Leistung der Borussenteams, aus dem jedoch Matthias Heumüller mit eine zumindest engagierten Leistung herausragte. Wir sind noch einmal mit einem blauen Auge davon gekommen und wir hoffen, dass die Einstellung im nächsten Spiel wieder stimmt.