Sonntag, 14.05.2006

VfL Kassel – Borussia Fulda 1:2

Gott sei Dank, wir haben uns die Chance gewahrt. Durch den Sieg in Kassel besteht weiterhin der 3-Punkte-Vorsprung gegenüber Hünfeld. Der HSV ist nach dem überraschend deutlichen Sieg über Lohfelden der direkte Konkurrent unserer Borussia.

Vorerst zum letzten Mal machten sich die Borussenfans auf den Weg über die A7 nach Kassel, zum Sportplatz am Hochzeitsweg. Der Platz war in einem erschreckend schlechten Zustand, ein richtiger Acker mit rasenlosen Flecken nicht nur vor dem Tor und krummen Linien, na ja, Landesliga tut halt weh.

Das Spiel war erwartet schwer. Von Anfang an verlief alles hektisch, so dass einem angst und bange wurde. Sehr beruhigend daher die Führung nach einer knappen Viertelstunde, als Djappa klug abstaubte.
Nur fünf Minuten später fiel aber schon der Ausgleich nach einem Freistoß für Kassel, bei dem die Zuordnung der Borussenspieler nicht gestimmt hatte. Entsetzen machte sich breit, denn der drohende Punktverlust könnte Borussia tatsächlich die Meisterschaft kosten. Das Spiel wurde von da an noch giftiger und zerfahrener, die Anspannung war kaum auszuhalten. Ärgerlich zudem einmal mehr die Schiedsrichterleistung, denn das Gespann hatte die Partie keineswegs im Griff. Der Schiri pfiff sehr kleinlich einerseits und bekam andererseits wirkliche Unsportlichkeiten kaum mit. So die Tatsache, dass es nur wenige Bälle gab, die immer in aller Seelen Ruhe von irgendwo her geholt werden mussten. Unser Tobi Lamp musste nicht nur einmal ins Gebüsch kriechen, damit das Spiel weitergehen konnte. Mit einem Punkt wären die Kassler einfach zufrieden gewesen, trotzdem nicht in Ordnung. Oder der Kassler, der nach einer Tätlichkeit in Halbzeit 2 Rot sah, sich aber fröhlich in die Wiese setzte und das Spiel bis zu Ende anschaute.

Mit dem 1-1 gingen wir in die Pause, in der wir das Stadionheft lesen konnten. Interessant vor allem Seite 6 (Rubrik „Zum Lachen“), auf der ein Penis um eine Gehaltserhöhung bittet (Was hat das mit Fußball zu tun????). Okay, zum Lachen war uns angesichts des Zwischenergebnisses nicht zumute, aber schon bemerkenswert. Auch, dass daneben die Tabelle der zweiten Mannschaft des VfL abgedruckt war.

In der zweiten Halbzeit ging das Spiel als Zitterpartie weiter. Nun kam für die Fans auch noch erschwerend dazu, dass einerseits mit jeder verstreichenden Spielminute die Anspannung stieg und andererseits die Opas bei der Würstchenbude mehr als genug Bier hatten. Während wir höchstens mal gegenüber den gegnerischen Spielern oder dem Schiedsrichter unseren Unmut äußerten, meinten diese älteren Herrschaften plötzlich, uns bepöbeln zu müssen. Sehr lustig zum Beispiel „Lohfelden“ oder „Flieden“ oder sonstige Vereine anzufeuern. Oder zu behaupten, wir spielten wie ein Absteiger. Neid sprach aus ihnen, als sie Djappas Leistung schlecht redeten. Das Niveau auf diesem Sportplatz war so schwach, wie ich es lange nicht gesehen habe.
Dass eben jener Djappa nach einer guten Stunde einmal mehr Vorlagengeber für Benni Münchs Siegtreffer war, war ihnen aufgrund des alkoholbedingten Tunnelblickes wohl entgangen.

Wir zitterten uns also bis zur 93./94. Minute, Kassel gab noch einmal alles (erstaunlich, wie schnell die Bälle plötzlich eingeworfen werden konnten) und Roland Borrmann musste kurz vor Schluss noch mit einer Glanzparade die drei Punkte retten. Aber wer aufsteigen will, muss halt auch solche Spiele gewinnen. Das Glück des Tüchtigen haben wir uns zum Ende dieser tollen Saison sicherlich hoch verdient.

Ohne Punktverlust geht’s jetzt also ins letzte Heimspiel gegen Baunatal II. Riesenkompliment an die Mannschaft, die die Querelen der Woche weggesteckt hat. Und alleine, um nicht mehr auf diesem Sportplatz spielen zu müssen, müssen wir aufsteigen.