Samstag, 22.10.2005

SG Korbach – Borussia Fulda 1:1

Eine gute halbe Stunde vor Spielbeginn standen wir davor – vor dem leeren Paul-Zimmermann-Sportplatz. Sehr ungünstig, dass zunächst nur dieser beschildert war, wenn man nach Korbach reinfährt.
Aber zum Glück wies uns die Nordic-Walking-Seniorengruppe den Weg: „Die spielen doch am Hauer“.
Ah ja, nun denn. Von außen dachten wir, dass es eine richtig große Tribüne gäbe. So sah es nämlich aus, und mutig entschlossen wir, uns das mal zu gönnen: Trbünenplätze! Freudig nahmen wir zur Kenntnis, dass dies keinen Aufpreis kosten sollte. Toll.
Beim Betrachten von der gegenüberliegenden Seite jedoch kam das böse Erwachen. Die vermeintlich große Tribüne entpuppte sich als überdachter Stehplatz mit vier Stufen und das Bauwerk beherbergt nicht Fußballfans, sondern die Badminton-Schülergruppe. Wäre ja auch zu schön gewesen.

Das Spiel war… unglaublich nervenaufreibend. Der Anfang war eigentlich recht viel versprechend und interessant, die spielerische Qualität ließ aber schnell nach. Es ging aber trotzdem munter hin und her und es war selten langweilig. Fast schon zu spannend. Die Anspannung war zum Teil echt extrem. Zitternd verfolgten wir die Chancen auf beiden Seiten – und das ebenso beiderseitige Unvermögen, Tore zu machen. Leider fiel den Borussen auch nicht viel Kreatives ein, das Spiel zu gestalten. Kämpferisch war der Siegeswille aber durchaus zu spüren.
Wenig bezeichnend für den Verlauf, das erste Tor: Nach einer vergebenen Chance für Korbach ging Borussia zügig in den Konter und Djappa machte das verdiente 1 – 0 in der Nachspielzeit der ersten Hälfte. Ein wirklicher Leckerbissen. Man würde sich wünschen, dass es häufiger so schnell gehen würde. Die Freude war riesig, weil das Tor wirklich klasse und auch hart erkämpft war.

Die zweite Halbzeit war qualitativ noch schlechter, aber ebenso spannend. Man spürte, dass noch etwas passieren würde. Leider kam das dann gegen uns. Ein von Roland Borrmann verschuldeter Foulelfmeter wurde sicher verwandelt. Sehr schade für den ansonsten sehr starken Borussentorwart.
Die Spannung blieb bis zum Ende erhalten, Borussia hätte locker noch einige Tore machen können – müssen. Aber auch Korbach hatte einige Chancen, so dass am Ende der Punkt für beide blieb.
Man fühlte sich aber zuerst wie nach einer Niederlage, weil es einfach so unglücklich gelaufen war. Hätte, könnte, wäre… kann man jetzt viel spekulieren. Aber eins doch: Hätte Benny Münch das 2 – 0 gemacht, nach einem tollen Sololauf durch die Abwehr der Gastgeber kurz vor dem Gegentreffer, wäre alles klar gewesen und wir könnten feiern…
Aber was hilft es, ein Punkt auswärts beim Tabellenvierten, da kann man sich eigentlich nicht beschweren. Eigentlich.

Auch wenn wir im Moment „nur“ Landesliga spielen, gewisse Standards müsste es doch eigentlich geben. Dass es in Korbach anscheinend nur einen Spielball gab, den der (von Beginn an verletzte?) Korbacher Schlussmann im Zeitlupentempo aus der Hecke holte, wenn der Ball am Tor vorbei ging, war schon bitter. Vor allem die damit verbundenen ständigen Unterbrechungen des Spielflusses.
„Effektive Spielzeit 60 Minuten“