Sonntag, 28.05.2006
Hünfelder
SV – Borussia Fulda 1:0
Eine tolle Saison ist vorbei. Das letzte Spiel in Hünfeld wurde also verloren,
was aber nun wirklich niemanden interessierte. Borussia Fulda ist wieder da,
wo der Verein mindestens hingehört: In der Oberliga. Hoffen wir nun, dass
sich die Probleme mit der Führung finden, das Geld reichen wird und die
Mannschaft zusammenbleibt.
Zum Frühstücken
traf man sich schon um halb elf, Basis schaffen für einen zu erwartenden
langen Tag. Bereits zu diesem Zeitpunkt stießen wir vorsichtig mit Meistersekt
an, konnte ja nun eigentlich wirklich nichts mehr schief gehen. Nur dieses „Eigentlich“
machte doch ein ganz klein wenig Bauchschmerzen.
Quer übers Bahnhofstraßenfest gings dann zu selbigen. Unterwegs wurde
man fälschlich für Frankfurt-Fans gehalten, und das an einem solchen
jetzt schon legendären Saisonfinaltag!
Man stimmte sich schon langsam ein, kaufte brav Gruppentickets und betete für
den Aufstieg, um endlich wieder mit HessenTickets fahren zu können!
Der Zug wackelte angesichts der Menschenmassen, die bei „Wer nicht hüpft,
der ist aus Hünfeld“ umhersprangen. Schnell wurde noch versucht,
neue Lieder zu lernen, man besann sich aber rasch auf das bewährte Liedgut.
Am Hünfelder Bahnhof wurden die Fans überraschend nicht von übermäßigem
Polizeiaufgebot empfangen, sehr angenehm! So ging es in bester Flieden-Überfall-Manier
ungestört über die Hauptstraße zur Rhönkampfbahn. Manch
wütender Autofahrer begegnete den Borussenfans, die meisten wussten aber
worum es geht und zeigten Verständnis. Staunenden Blickes standen sogar
einige Hünfelder Einwohner am Straßenrand und beobachteten das Ganze.
Am Stadion wurden dann kurz die Taschen durchsucht, aber auch da stieß
man auf einigermaßen verständnisvolle Ordner und Polizisten, die
Sektflaschen wurden zum Beispiel nicht eingezogen.
Eine Stunde warten hieß es dann noch bis zum ersehnten Anpfiff, wiederum gut, dass es auf unserer Seite Essen- und Getränkestände gab und man aber auch Pommes gegenüber oder Apfelwein in der Kneipe oben holen konnte.
Endlich ging es los, und
ich denke Hünfeld spielte besser, Borussia war eher auf „noch 90
Minuten bis zur Feier“ eingestellt. So passierte das meiste vor dem Borussentor,
das Roland Borrmann überragend bewachte. Je mehr die Zeit verstrich, desto
näher kam die Meisterschaft. Und weder die Rote Karte für Sebastian
Kress noch das wohl verdiente Siegtor der Hünfelder konnte die Stimmung
trüben.
Nach dem Schlusspfiff erfolgte ein Platzsturm und die Party kannte keine Grenzen.
Endlich wieder Oberliga. Emotionen kochten überall hoch, die Leute lagen
sich in den Armen. Auch die kleine Siegerehrung und die kurzen Reden ließ
man über sich ergehen, ehe man sich wieder auf den Weg zum Bahnhof machte,
um in Fulda weiterzufeiern.
Nochmal quer übers
Bahnhofstraßenfest mit Gesängen und staunenden Blicken der Besucher
zur Johannisau, um die Mannschaft gebührend zu empfangen.
Die stieg ein wenig später dann auch aus dem Bus aus und feierte (Zitat
der geilsten Mannschaft der Welt) die „Geilsten Fans der Welt“.
Aber zunächst ging es mit Minis zum Autokorso für die Spieler.
Wir trafen uns dann wieder in der Stadt, wo gebührend und meisterlich gefeiert wurde. Da fielen Hüllen und Feindschaften, es wurde gemeinsam aus großen Gläsern getrunken und nie waren sich Spieler und Fans bei Borussia so nahe. Auch ein wenig diskutiert wurde, über die Zukunft, wer bleibt, wer nicht da war und wer richtige Borussen sind. Der heimliche Star des Abends war das Megaphon, das so manchen Spieler als wahren Partylöwen outete. Zu viel will ich nicht verraten, aber es ging schon lustig zu, so dass es richtig schade ist, dass jetzt erstmal Sommerpause ist. Als kleiner schwacher Trost bleibt uns erstmal nur die WM!
Der wahrscheinlich geilste Aufstieg aller Zeiten. Glückwunsch und Respekt an die Mannschaft. Danke für eine grandiose Saison, viel Spaß und Spannung und für die verdiente Meisterschaft. Ihr seid Borussia.