Samstag, 22.04.2006
Tuspo Grebenstein - SC Borussia Fulda 0:3
Auch wenn Grebenstein irgendwie nach Vogelsberg klingt, fanden wir uns wie zu fast jedem Auswärtsspiel auf der A7 Richtung Kassel wieder. Man kann nur hoffen, dass dieses vorhersehbare Frage-Antwort-Spiel: „Wo liegt XXX (einzusetzen der nächste Gegner)?“ „Irgendwo bei Kassel!“ bald ein Ende haben wird und wir auch mal wieder die A66 für Auswärtsfahrten nutzen dürfen!
Erwartungsfroh fuhren wir also durch Kassel durch, bis wir in Grebenstein das „Sauertal-Stadion“ erreichten, ein irgendwie sehenswerter Sportplatz mit Naturtribünen (hat fast ein wenig an Lohhof erinnert, wer da mal war…), die selbstverständlich mit Gras, nicht mit Zuschauerrängen versehen waren. Aber auf den Holzbänken konnte man sich recht wohl fühlen. Erstaunlich günstig der Bierpreis (1 EUR), der die Sympathien für die Gastgeber zumindest bei einigen Fuldaern äußerst positiv beeinflussten.
Die Fuldaer Fans platzierten sich vor dem Vereinsheim (wenn man so will die Haupttribüne), so dass man die Grebensteiner Zuschauer im Rücken hatte. Nicht immer klug, das hat so manche Auswärtsfahrt früherer Zeit erfahren lassen. So gab es auch diesmal einige aggressive Sportplatz-Rentner, die mit Schirmen und Gehstöcken drohten. Zum Glück trennte uns ein für Senioren unüberwindlicher steiler Abhang! Und ein trommelndes Kind gab es auch, das sich aber vermutlich verlaufen hatte, da es nur Eishockey-Melodien trommeln konnte (sehr nervig beim Fußball).
Das Spiel begann für
die Borussen nach Maß. Die Führung in der zweiten Minute durch ein
schönes Tor vom genesenen Djappa ließ die Mitgereisten jubeln. Wenn
es so weitergeht, kann ja nichts passieren.
Leider ging es aber nicht so weiter, Borussia zog sich zurück und Grebenstein
hatte ebensoviel vom Spiel wie der SCB. Torchancen gab es auf beiden Seiten,
Glück und Unvermögen der Gastgeber bewahrten uns aber vor dem Ausgleich.
Die Anspannung wuchs von Minute zu Minuten und die Fans zitterten vor Spannung
und Kälte (ein böser Wind ging am Sportplatz, dort war es sicher 5-10
Grad kälter als in Fulda).
Für Aufregung sorgte zudem die mehr als zweifelhafte Leistung des Schiedsrichtergespanns,
insbesondere des Linienrichters auf der Seite der Haupttribüne. Dieser
legte die Abseits-Regel erstaunlich streng aus, denn sobald ein Borusse mit
dem Ball alleine aufs Tor zulief, hob er die Fahne. Sicher waren auch ein paar
tatsächliche Abseitsstellungen dabei, kein Zweifel. Aber auf den Moment
der Ballabgabe hat er beim Fahne-Heben nicht geachtet. Wie auch, musste er doch
immer darauf schauen, dass unser Trainer Henry Lesser die Coaching-Zone beachtete.
Das ist ja auch viel wichtiger, zumal es ja keinen vierten Schiri gibt, der
sich um so was kümmern könnte. Naja, und weil er nun mal auf der Seite
herumlief, auf der die Ersatzbank der Borussen stand, konnte er nicht auf den
Trainer der Grebensteiner achten, dem die Coaching-Zone ganz egal war. Zu Recht,
denn solche penible Paragraphenreiterei gehört nicht in eine solche Liga,
in der es auch keine Spielertunnel, getrennte Eingänge für Heim- und
Gastfans und sonstigen Schnickschnack gibt, der im Profibereich vorgeschrieben
ist. Vielleicht fühlt sich dieser Schiri aber zu höherem berufen,
man weiß es nicht.
Jedenfalls wurde Henry Lesser auf die „Tribüne“ verbannt. Von
dort tönte seine Stimme allerdings mindestens ebenso laut zu den Spielern
und noch lauter zu den Zuschauern. Dem hochgeschätzten Wunsch „Fussballfreunde
sind fair – auch zum Schiedsrichter“, der an der Bande zwischen
der Werbung untergebracht war (richtig fest installiert!) kann nur Folge geleistet
werden, wenn der Schiri auch fair zu den Spielern ist!
Zittern mit der Mannschaft mussten wir bis zur 90. Minute, denn erst dann machte Sebastian Kress mit dem zweiten Tor endlich alles klar. Der Jubel war bei Spielern und Fans einmal mehr grenzenlos. Das 3-0 (nochmal Djappa) war dann nur noch Ergebniskosmetik, aber dennoch lobenswert, denn man weiß nie, wozu das Torverhältnis noch mal gut sein könnte.
Sicher war dieses Mal Glück beim Sieg dabei, und 3-0 ist genauso sicher in dieser Höhe ein schmeichelhaftes Ergebnis. Aber am Kampf, Einsatz und unbedingtem Siegeswillen hat es wieder nicht gefehlt. Und wer Meister werden will, muss auch solche Spiele gewinnen.