Samstag, 08.04.2006

SC Borussia Fulda - FSV Dörnberg 3:2

Schwache Kulisse nach den beiden absolut überzeugenden Spielen im ersten Teil der englischen Woche. Weniger Zuschauer als am Mittwoch wollen bei perfektem Fußball-Wetter das Spiel des Spitzenreiters sehen. Sehr seltsam.

Die Mannschaft beginnt völlig unbeeindruckt von den Anstrengungen dieser Woche und spielt den Gast an die Wand. Torraumszenen gibt es in der gesamten ersten Hälfte nur im Dörnberger Strafraum. Folgerichtig steht es nach einer guten halben Stunde auch schon 3 zu 0 für den SCB, auch in dieser Höhe völlig verdient. Zwei Tore hatte der heute glänzende Meik Voll beigesteuert, der sich immer wieder geschickt in Szene setzte.
Partystimmung allenthalben. Die Borussenfans sind beigeistert vom erfrischenden Stil, den die Mannschaft spielt. Und trotz drückender Überlegenheit wurde das Spiel nicht langweilig, sondern machte richtig Spaß.

Die Halbzeitansprache, die sich die Gastmannschaft anhören musste, beinhaltete solch grenzenlose Fehleinschätzungen, dass einige gezwungen waren, lautstark zu protestieren. Hatten die Dörnberger doch den Eindruck, dass „es 0 zu 0 stehen könnte“ und in der Johannisau „Not gegen Elend“ gespielt hatte. Nun ja, über Meinungen zu Spielverläufen lässt sich sicher trefflich streiten, vor allem wenn einer die Borussenbrille und einer die des Gegners aufhat, aber nach dieser Halbzeit Fuldaer Hurra-Fußball ohne jegliche Chance für Dörnberg von einem „Spiel Not gegen Elend“ zu sprechen, zeugt davon, dass diese Person gar keine Brille hatte.

Nach dem Seitenwechsel schaltete der SCB einige Gänge runter, sicher auch aufgrund der anstrengenden Spiele, die sie bereits hinter sich gebracht hatten und im Ausblick auf die, die in der sich direkt anschließenden wiederum englischen Woche noch folgen sollten. Dörnberg kam daher immer besser ins Spiel. Allerdings auch mit freundlicher Unterstützung des in der ersten Hälfte unauffälligen Schiedsrichters. Die gelb-rote Karte für den eingewechselten Arsenii gibt sicher Anlass zu Diskussionen. Und die Tatsache, dass die Gäste sich erstaunlich wenige gelbe Karten einfingen. Nicht nachvollziehbar aber auch einige Abseitsentscheidungen der Assistenten (diese aber auch in der ersten Hälfte).
Das Erstaunlichste sollte beim Anschlusstreffer kommen. Roland Borrmann stellte gerade noch die Mauer, als der Freistoß im Tor landete. Borrmann ebenso wie die Fans überrascht. War dieser Ball schon freigeben worden? Das Tor zählt doch sicher nicht. Aber mit dem Anstoß im Mittelkreis wurde deutlich, was man nicht glauben konnte. Es zählte. Aha.
Verunsichert vergaben die Borussen ihre durchaus vorhandenen Chancen und Dörnberg kommt noch auf 2 – 3 heran. Ein wenig zitterten die Fans bei angezeigten 4 Minuten Nachspielzeit.

Eine kuriose zweite Halbzeit kann den positiven Gesamteindruck aber keineswegs zerstören. Die Fans waren sicher nicht sauer. Höchstens auf den Schiedsrichter. Zur Mannschaft ist das Verhältnis ungetrübt, denn man weiß die Leistungen in entsprechender Weise zu schätzen. Mit neun Punkten aus der ersten englischen Woche zu gehen verdient viel zu viel Respekt, als das eine schwächere zweite Halbzeit in einem Spiel gegen den elften der Tabelle das Vertrauen zerstören könnte.