Sonntag, 06.11.2005

KSV Baunatal II - SC Borussia Fulda 0:1

So ist das, wenn in der Landesliga der Erste gegen den Letzten spielt:
Man fährt am Baunataler Parkstadion vorbei zum Sportplatz „Am Baunsberg“. Die Lautsprecheranlage funktioniert nicht wirklich. Der Platz ist unheimlich klein. Es gibt keine Gegengerade, sondern ein gegenüberliegendes Gebüsch, das 20 Zentimeter hinter der Seitenlinie in den Zaun wuchert. Und natürlich keine Zuschauer. Aber einen 1-0 Sieg des Spitzenreiters.
Und das macht es das alles doch wieder wert!

Eine steile Stehtribüne mit hohen Steinstufen ermöglicht einen zumindest interessanten Blickwinkel für den Teil des Platzes, der einzusehen ist. Durch die Sprecherkabine ist es nämlich unmöglich, den gesamten Platz zu betrachten, so seltsam geschnitten er auch sein mag.

Zum Spiel ist einmal mehr nicht viel Positives zu sagen, außer dass wir wieder gewonnen haben. Ohne Glanz, ohne die bessere Mannschaft zu sein, und das bei dieser Tabellenkonstellation!
Hinzu kamen aber auch wieder widrige Umstände, obwohl die natürlich keine Entschuldigung sein dürfen.
Aber eine äußerst fragwürdige Schiedsrichterleistung, bei der es dem geneigten Zuschauer so vorkam, als gehe der Unparteiische von der Regel aus, dass nur die Gästemannschaft Karten gezeigt bekommen dürfe. Anders ist die konsequente Handhabe des Schiris, Fouls und Tätlichkeiten der Gastgeber mit bloßen Ermahnungen zu ahnden, nicht zu erklären.
Zudem schien der Platz den Spielern Probleme zu bereiten, denn auffällig oft fielen sie hin und verloren den Ball. Auch erschreckend, in welchen Winkeln der Ball zum Teil versprang! Die Gesetze der Physik schienen außer Kraft!

Alle diese Umstände entschuldigen aber natürlich nicht fehlende Spritzigkeit der Mannschaft, alles dauerte zu lange, alle waren zu behäbig. Zwischen Sturm, der einmal mehr einzig und allein aus Olivier Djappa bestand, und defensivem Mittelfeld klaffte eine auffallende Lücke, die Spielfluss unmöglich machte.
Zudem fehlte Kreativität. Immer den Ball nach vorne in Richtung Djappa ist einfach keine Dauerlösung! Djappa kam durch ständige Bewachung von drei Baunatalern nicht zum Zug und deshalb lief im Sturm so gut wie nichts. Da müssen unbedingt Alternativen aufgezeigt werden, andere Spieler müssen Verantwortung übernehmen, den Abschluss entweder selbst suchen oder zumindest mit nach vorne gehen. Letzte Woche hatte das noch viel besser geklappt.
Negativ zu bewerten auch die fehlende Gefahr, die von den Borussen bei Standarts aus geht. Freistöße aus exzellenten Positionen werden nicht genutzt.

Positiv einzig die nie fehlende Einstellung und Motivation, die letztens Endes auch zum Sieg geführt haben. Ob verdient oder nicht, darüber muss nicht diskutiert werden. Es ist das Glück des Tabellenführers, des Tüchtigen, einer Mannschaft, die Zukunft hat!

Während die Wahrheit mal wieder auf´m Platz war, mussten sich die Angereisten mit einem pöbelnden Familienvater herumärgern, dessen Jahreshighlight wohl dieses Spiel der zweiten Baunataler Mannschaft gegen Borussia Fulda darstellte. Auf unterstem Niveau bewegte sich der gediegene Herr, der seinem Töchterchen ein tolles Vorbild abgab, was Anstand betrifft. Fällt es doch sonst immer auf die bösen Fans zurück, kann dieses Mal eindeutig gesagt werden, dass dieser Mensch es war, der begann und immer wieder provozierte. Ausgeprägte Profilneurose nennt man so etwas. Psychoanalytisch betrachtet, hatte er wahrscheinlich eine schwere Kindheit und kein gutes Verhältnis zu seinen männlichen Vorbildern, anders ist nicht zu erklären, dass er sich wie ein Gorilla auf die schwache Brust schlug und sich und seiner Kleinen irgendetwas beweisen wollte.
Höchst amüsant also.

Stilvoll unser Abschied für dieses Mal aus Nordhessen, mit Bengalos und feiernden Fans und Spielern. Und schon wieder ungeschlagen!