Samstag, 16.11.2002
Borussia Fulda - KSV Klein-Karben 1:0
Eine halbe Stunde vor Spielbeginn im Stadion eingetroffen, musste man sich fragen, ob das Spiel überhaupt stattfindet, denn das weite Rund erschien fast komplett leer. Niemand hatte anscheinend Interesse am Spiel des Tabellenzehnten gegen den Elften. Um 14:30 waren dann -geschätzte- 200 Zuschauer in der Johannisau. Bitter.
Ebenso bitter verlief
auch das Spiel. Langweilig, emotionslos und ohne Spannung.
Auf irgendeine Art und Weise war Borussia aber besser, zumindest gab es halbwegs
erkennbare Offensiv-Bemühungen. Zwingend wurden die natürlich nicht.
Sofern man vor das gegnerische Tor kam, stellte sich die altbekannte Abschlussschwäche
ein, und man hatte höchst selten das Gefühl, dass die theoretische
Möglichkeit bestände, dass Fulda einen Treffer erzielen könne.
Abgesehen davon plätscherte das Spiel auf einem erschreckend niedrigen
Niveau vor sich hin.
Fast wollte man zur Halbzeit diejenigen beglückwünschen, die keine
Zeit und/oder Lust gefunden hatten, ins Stadion zu gehen, insbesondere als es
auch noch stärker zu regnen begann.
Gnädig ließ man die Fans "nicht im Regen stehen" und erlaubte
den Umzug aus der Kurve auf die leere Tribüne.
Aus diesem neuen
Blickwinkel erschien das Spiel aber leider keinen Deut besser, im Gegenteil
erkannte man noch genauer eine der grundlegenden Schwächen:
Die Mannschaft benötigt viel zu viel Zeit, von Abwehr auf Angriff umzuschalten.
Und auch das Nachrücken bei Standartsituationen wie Eckbällen funktioniert
nicht so schnell wie es sollte. So können die Flanken und Ecken, sofern
sie einmal vor dem Tor ankommen, gar keinen Abnehmer in rotem Trikot finden.
Mit der Zeit wurde ein Heimsieg immer unwahrscheinlicher. Den Fans machte das
nervenaufreibende Zittern langsam zu schaffen und die Tribüne wurde verflucht,
da man dort gegen nichts treten kann, was zur Abreaktion dringend nötig
gewesen wäre.
Klein-Karben wurde mit fortschreitendem Verlauf des Spiels mutiger und man konnte
sich teilweise beim starken Mirko Brill bedanken, dass man nicht in Rückstand
geriet.
Irgendwie gelang dem eingewechselten Lars Hohmann in der 81. Minute doch noch
der zwar verdiente aber dennoch überraschende Siegtreffer.
Die Zuschauerresonanz war enttäuschend, das Spiel ebenfalls. Nur der Ausgang ist positiv zu bewerten. Ob es mit dieser Leistung gelingt, diejenigen, die am Samstag da waren, nächste Woche wieder in die Johannisau zu locken, wage ich zu bezweifeln, da mit Aschaffenburg zwar ein traditionsreiches, aber wenig interessantes Team zu Gast ist.
Für Borussia spielten:
Mirko Brill, Adam Veapi, Andreas Schäfer, Markus Unger, Markus Bloß,
Francisco Martinez, Andreas Wischermann, Christopher Krause, Christian Winter
(Benjamin Bunzenthal), Ljubio Miloloza (Dominik Weber), Christian Frick (Lars
Hohmann)