Freitag, 20.09.2002
SV
Bernbach - Borussia Fulda 1:3
Und so einfach kann Fußball sein. Man tritt mit dem nötigen Selbstvertrauen auf, nutzt seine Chancen sofort, lässt sich nicht allzu sehr in die eigene Hälfte drängen, ab und zu ist sogar Zeit für richtig ansehnliche Spielzüge und am Ende gewinnt man das zweite Spiel in Folge.
Anpfiff, der Zuschauer
muss seine Gedanken eigentlich gerade noch etwas ordnen, und schon steht's 1-0
für Borussia (Miloloza). Nach drei Minuten auswärts zu führen
ist einerseits echt beruhigend, andererseits aber auch leicht bis mittelstark
nervenaufreibend, zumindest wenn man schon länger zum SCB geht, denn es
gab da schon einige unangenehm verlorene Partien.
Diese Gedanken sollten aber schnellstens vertrieben werden, denn Borussia spielte
frei auf, und zwar richtig guten Fußball. Drückend überlegen
war unser Team in der ersten Hälfte, Bernbach hatte kaum Zeit zum Reagieren,
was weniger an der eigenen Schwäche als vielmehr an der überraschenden
Stärke Borussias festzumachen ist. So ist ein zweites Tor eigentlich logischerweise
nur eine Frage der Zeit. Aber ist Fußball logisch? Schon, so man einen
kaltschnäuzigen Stürmer besitzt. In Fulda ist dies Christian Winter,
der im zweiten Spiel in Folge eine wirklich glänzende Leistung abgeliefert
hat. Immer anspielbar und kämpferisch richtig eingestellt ist "Catweasel"
sich niemals zu schade, den Ball selbst zu holen; vor dem Tor ist er dann mit
beneidenswerter Spielübersicht und dem nötigen Mut der lange schmerzlich
vermisste Vollstrecker im Borussendress. Man kann froh sein, dass er sich in
die Mannschaft gespielt hat, denn drei Treffer in zwei Spielen sprechen eine
deutliche Sprache.
Er ist es also, der nach 25 Minuten für die kleine Vorentscheidung sorgte.
Nach der Halbzeitpause
ergab sich einmal mehr ein erschreckendes Bild. Wie können 15 Minuten Pause
eine Mannschaft nur derart aus dem Konzept bringen? Die Ordnung war wie weggeblasen,
der Spielaufbau ließ wirklich zu wünschen übrig. Doch die nie
aufgebenden Bernbacher bewiesen ihr Unvermögen und es gelang ihnen selten,
bis vor das Tor Mirko Brills zu gelangen. Fulda beschränkte sich auf gelegentliches
Kontern, was schließlich auch zur endgültigen Entscheidung in Minute
54 führte. Nach hervorragender Vorarbeit von Matchwinner Christian Winter
musste Lars Hohmann nur noch gerade aus schießen, was ihm auch gelang.
Bernbach war nun geschlagen, für die Gastgeber aber dennoch kein Grund
aufzugeben, nein, man spielte fröhlich bis zum Ende mit, so dass sogar
noch der Ehrentreffer erzielt werden konnte (75. Minute). Dass Dominik Weber
in der Nachspielzeit dann noch die gelb-rote Karte wegen wiederholten Foulspiels
gezeigt bekam, löste statt fan'ischen Unwillen eher Diskussionen über
die Dauer der Sperre in der Oberliga aus. :-)
Fazit kann nur
die Feststellung sein, dass nur ein richtig gutes Spiel nötig war, um das
Selbstvertrauen aufzubauen, dass man eben auch in der Oberliga benötigt,
um Spiel, zuhause wie auswärts, zu gewinnen. Spielt Borussia auch in den
nächsten Partien so selbstbewusst, abgeklärt und taktisch klug, wird
es ein leichtes werden, sich zu etablieren und an der Spitze mitzumischen.
Bernbach kann man nur empfehlen, die Heimspiele bei Sonnenlicht auszutragen,
denn die "Flutlichtanlage" schafft keineswegs reguläre Bedingungen.
Die Zuschauer waren froh, dass die Trikots leicht zu unterscheiden waren.
Einziger Wermutstropfen des Abends waren die verletzungsbedingten Auswechslungen
von Francisco Martinez und Markus Unger.
Für Borussia
spielten:
Mirko Brill, Markus Bloß, Christopher Krause, Dominik Weber, Ljubio Miloloza,
Adam Veapi, Francisco Martinez (30. Markus Unger/61. Johannes Richter), Andreas
Wischermann, Christian Frick, Lars Hohmann, Christian Winter (77. Benjamin Münch)