Samstag, 10.08.2002

Viktoria Aschaffenburg - Borussia Fulda 0:0

So langweilig wie das Ergebnis klingt ist das Spiel zwar nicht gewesen, aber trotz einer guten Leistung stehen die Fuldaer einmal mehr mit fast leeren Händen da. Bereits nach zwei Spielen ist die Gefahr eines klassischen Fehlstarts im Angesicht der nächsten schwierigen Partie gegen die bisher überragenden Eschborner akuter als man sich das vor Saisonbeginn hatte denken wollen.

Die Borussen spielten von Anfang an ansehnlichen und guten Fußball, dem Aschaffenburg außer einigen schnellen Kontern wenig entgegenzusetzen hatte. Über 90 Minuten die spielbestimmende Mannschaft zu sein, reicht aber eben einfach nicht aus, denn Ziel des Spiels ist bekannterweise noch immer das Erzielen eines Tores. Genau das ist in dieser Saison ebenso wie in den letzten Jahren die unüberwindbare Schwäche des Borussenspiels gewesen. Ich will zwar nicht in alten Zeiten schwelgen, aber nach Fladung/Djappa hat kein Stürmer, geschweige denn ein Sturmduo jemals überzeugen können. Zugetraut hatten die meisten (mich eingeschlossen) das in diesem Jahr dem in den Testspielen guten Angreifer Christian Frick aus Neukirchen. Aber die beiden Saisonspiele beweisen, dass er entweder noch nicht so weit ist und er noch Zeit benötigt, die wir nicht haben oder aber er wurde einfach überschätzt. Ich mag das nicht bewerten!
Jedenfalls gelang es ihm auch diesmal nicht, ein Tor zu erzielen, was nicht an mangelnden Chancen, sondern vielmehr an mangelnder Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor lag. Ihm positiv anzurechnen ist jedoch, dass er als einziger ausgewiesener Stürmer relativ alleine vorne war.
Zu verspielt, um mit eisernen Willen ein Tor zu erzielen, waren leider Ljubio Miloloza und Alexej Uvarov, die beide gute Leistungen zeigten, aber den Ball einfach zu oft vertändelten. Die Abschlussschwäche befiel auch die Offensivkräfte Markus Unger und Jens Poppowitsch, so dass sich ins Spiel nach vorne auch die Abwehrspieler einschalteten, denen man die fehlende Abgeklärtheit im gegnerischen Strafraum jedoch nicht vorwerfen kann.

Alles in allem ist zu sagen, dass bei Borussia eigentlich einmal mehr alles stimmt; von der kämpferischen Einstellung bis zum spielerischen Können ist alles da, das einzige was man bitterlich vermisst, ist der Vollstrecker!
Vielleicht wird das nächste Spiel wieder mit einer offensiveren Taktik angegangen, so dass nicht der ganze Druck auf Christian Frick liegen muss.

So waren die angereisten Fans zwar riesig enttäuscht vom Ergebnis, feierten die Mannschaft aufgrund ihrer durchaus guten Leistung aber trotzdem.(kl)

Für Borussia spielten:
Mirko Brill, Andreas Schäfer, Dominik Weber, Adam Veapi, Francisco Martinez, Andreas Wischermann, Jens Poppowitsch (76. Christian Winter), Ljubio Miloloza (86. Thorsten Biedenbach), Christian Frick, Alexej Uvarov, Markus Unger